Kritik

Grenzgänger der Gitarrenmusik (OÖ Nachrichten 23. 12. 2005, Michael Wruss)


Der oberösterreichische Gitarrist Clemens Huber präsentiert auf seiner neuen CD "Ikarus" eigene Kompositionen, die so richtig zum Seele-Baumeln-Lassen animieren. Musik, die leicht zu hören ist, und doch von emotionaler und kompositorischer Tiefe zeugt, und von Stück zu Stück immer wieder neugierig aufhorchen lässt.

Die Grenzen zwischen klassischem Gitarrespiel, rhythmischem Latinoflair, elegant Jazzigem und unbeschwert zart Dahinschmelzendem verschwimmen und ein ganz persönlicher von vielen technischen Raffinessen durchsetzter Stil prägt die 16 Titel. Eine CD, die anregt, der man aber auch völlig entspannt zuhören kann.



Akustik Gitarre 5/06, Stefan Woldach


Es gibt Lieder, die sagen sofort etwas aus über einen Künstler; über sein Gefühl, seine Sensibilität, über Harmoniebestreben und sein Wesen. Schon beim Abhören der ersten Stücke des Gitarristen Clemens Huber aus dem österreichischen Schwarzach wird klar, dass hier ein Musiker mit Hingabe, ehrlicher Passion und tiefem Musikverständnis komponiert und spielt, dem man spontan und unbedingt ein breites Publikum wünscht.


Huber, der 1995 am Salzburger Mozarteum sein Diplom im Konzertfach Gitarre gemacht hat, bewegt sich kompetent, versiert und eigenständig mit verschiedenen Nylonsaiten-Instrumenten auf einem äußerst interessanten Terrain zwischen Ragtime, Swing, keltischen Einflüssen, Neo-Folk und Liedermacher-Tradition; zudem sind da noch Elemente aus Klassik und Lateinamerikanischem.


Damit zeigt er auf angenehme Weise, dass diese Instrumente auch abseits der gängigen Hauptspielarten eine wunderbare Strahlkraft besitzen. Da passt es zum Beispiel, dass Huber das irische Traditional „Sally Gardens“ auf liebevolle Art neu arrangiert hat. Man merkt ihm an, dass er in den verschiedensten Gitarrenensembles (Gitarrentrio Saitenweise, Mexico Lindo, Querer und andere) tätig war oder noch ist. Und es kommt nicht von ungefähr, dass er und seine Mitmusiker beim Internationalen Festival in St. Petersburg in der Kategorie Ensemble einen dritten Platz belegen konnten.


Innerhalb der vergangenen sieben Jahre entstanden die 16 Stücke dieses wunderbaren Debütalbums, bei dem es Huber bei einem Teil der Stücke um die „Lust an der Virtuosität und halsbrecherischen Tempi“ geht, bei anderem hingegen um Stimmungen und Empfindungen“. Das kann man hören, spüren, fühlen. Es ist kein Wunder, dass der Künstler diese freundliche, strahlende Platte seinen beiden kleinen Söhnen gewidmet hat.

Balsam für die Seele (OÖ Nachrichten, 4. 12. 2010, Michael Wruss)


Seelenmassage verspricht schon alleine die Besetzung subtil gespielter klassischer Gitarre, leicht jazzig verhauchtem Saxophon und fein ausbalanciertem Flötenklang.

Das Duo Calmara - Clemens Huber, Gitarre, und Andreas Demelius, Saxophon und Flöte, - präsentiert auf seiner neuen CD ,Milange' eine gelungene Mischung an eigenen Kompositionen und Stücken von Astor Piazzolla, Maximo Diego Pujol, Celso Machado und Claude Bolling in ständig variierender Besetzung, aber immer mit einem feinen Unterton emotionaler Ehrlichkeit.

Diese Musik, die Elemente des Klassischen genauso beinhaltet wie Bluesanklänge und Südamerikanisches, die Leidenschaften auszudrücken versteht, ohne sich unangenehm in den Vordergrund zu spielen, wirkt wie ein Relaxarium, das ein Wegtauchen aus der Realität sichert - simpel: wie Balsam für die Seele.



Akustik Gitarre 1/11, Stefan Franzen


Eine Melange ist ja per se schon eine Mischung, doch der Linzer Musiker Clemens Huber kombiniert weiter: In der Mitte der vorliegenden CD siedelt eine Buenos Aires-Suite, weshalb auch die Milonga organisch in den Namen mit der österreichischen Café-Kreation verbandelt wurde. Huber hat hier ein viersätziges Werk des argentinischen Kollegen Máximo Diego Pujol adaptiert, das er mit Querflöten-Kompagnon Andreas Demelius als luftig-transparenten, mal von leichter Melancholie durchwehten, mal die wirbelnde Urbanität nachzeichnenden Stadtrundgang interpretiert.

Um diesen Ausflug in die südliche Hemisphäre herum ranken sich hauptsächlich Eigenkompositionen Hubers. Er verfügt über die Fähigkeit ausgesprochen fließende, belebt sprechende Muster zu schreiben, die immer wieder in anregende Dialoge mit den grandios lyrische Liegetönen der Flöte treten, wunderbar etwa in ‚Herbst 2006’ (zu hören als Bonus-Track auf unserer Begleit-CD).


Wechselt Demelius zum Saxophon, gerät das Linzer Doppel in leicht jazzig angehauchte Gefilde, etwa im ‚Divertimento’ mit wirbelndem Ostinato.


Solo überzeugt Huber in ‚Impression of Ulli’, wo er über alle Lagen eine unauffällige, souveräne Beherrschung seines von Heinrich Nusko gefertigten Instruments präsentiert, mit einer Tonsprache, die aus dem Barocken schöpft, von Baden Powell weiß, aber auch mit leichtem hispanischen Flair aufwartet und so etwas ganz Individuelles erzeugt. Allein die beiden Choros gegen Ende sind ein wenig steif geraten, was aber wieder durch eine bluesige ‚Irlandaise’ wettgemacht wird.


Hier sind zwei eingespielte Freunde am Werk, die kein übermäßiges Aufheben um ihr Können zu machen scheinen. Doch sie liefern mit ihrer ‚Milange’ zeitlose, detailverliebete Klang-Tableaus, die gerade wegen ihres introspektiven Charakters zum Hinhören verführen.

Ikarus

Milange

www.clemens-huber.at